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Mit allen Mitteln versuchen die Rhöndorfer, die Lebensbedingungen für die Fische im Zierbecken zu verbessern.
 
Ziepchen-Fische leiden unter Sauerstoffmangel - Feuerwehr ergreift Initiative
 
Bad Honnef. (eb) Die extremen hochsommerlichen Temperaturen haben Mensch und Tier in den vergangenen Tagen bis an die Grenze des Erträglichen beansprucht. “Einzig im Wasser”, so dachten wir bisher, “lässt es sich bei Temperaturen weit über der Dreißig-Grad-Marke noch aushalten.” Doch auch das stimmt jetzt nicht mehr: die Fische im Rhöndorfer Ziepchensbecken leidet auch.

25,5 Grad Wassertemperatur hatte Peter Profittlich am Sonntagmorgen im Zierbecken gemessen. Nur noch ein dünnes Rinnsal plätschert aus dem Auslauf des Ziepchens, die Wassermenge reichte nicht einmal aus, um die Verdunstungsmenge im Zierbecken auszugleichen. Nur wenig Abhilfe schaffte die Wasserzufuhr über einen Schlauch, mittels dem er das Becken mit kühlem Wasser aus der städtischen Trinkwasserversorgung auffüllte. Um den apathisch an der Oberfläche treibenden Fischen auf Dauer erträgliche Lebensbedingungen zu schaffen, mussten jedoch ganz andere Hilfen zum Einsatz kommen.

Peter Profittlich, selbst aktiver Feuerwehrmann, bat seine Feuerwehrkameraden zu Hilfe, die sich seit Jahrzehnten schon um das Rhöndorfer Wahrzeichen kümmern. Und am Abend waren sie da, ein halbes Dutzend Rhöndorfer Feuerwehrmänner mit zwei Einsatzfahrzeugen, auf denen sie alle für die Tierrettung erforderlichen Einsatzmittel herangeführt hatten. Sie kontrollierten die Quelle im Löwenburger Tal, spülten die Rohrleitung mit Wasserdruck, und versuchten so, die Zulaufmenge des Quellwassers zu erhöhen. Doch vergeblich, auch nach diesen Maßnahmen erhöhte sich die AP1160750uslaufmenge nicht. So pumpten die Wehrkräften zunächst das brackige, sauerstoffarme Wasser aus dem Becken und füllten es mit frischem Wasser auf, dass sie von weit oben in das Zierbecken hineinplätschern ließen.

Der Erfolg war gleich sichtbar. Nicht nur, dass das Wasser im Becken wieder heller und klarer war, die zuvor fast bewegungslosen und an der Oberfläche nach Luft schnappenden Fische schwammen wieder munter kreuz und quer durch ihr Reich, so, wie es die Rhöndorfer und ihre Gäste seit Jahrzehnten kennen und lieben. Die Wassertemperatur hatte sich durch diese Maßnahme auf rund 22 Grad reduziert - sehr gut für die Rhöndorfer Flossenbewohner.

Dass die einmalige Aktion im Hinblick auf weitere heiße Tage nicht ausreichen wird, dass ist den Feuerwehrkräften klar. Darum werden sie - gemeinsam mit ihrem Kameraden Peter Profittlich - die Lebensbedingungen der Ziepchensfische genau im Auge behalten, regelmäßig die Wassertemperatur messen und bei Bedarf sofort wieder tätig werden.

Peter Profittlich, auch stellvertretender Bad Honnefer Bürgermeister, hatte seine Feuerwehrkameraden nicht nur informiert und um Hilfe gebeten, er sorgte auch dafür, dass sie nach dem rund einstündigen Einsatz auch für sich etwas “Kühlmittel” bekamen. Allen, die sich übers Jahr für die verschiedensten Verwendungszwecke in Kanistern und anderen Behältern Wasser vom Ziepchen holen, sei jedoch gesagt, das dies zurzeit nicht erlaubt ist. Denn die Fische brauchen wirklich jeden Tropfen des Wassers, das noch aus der Quelle sickert. Ein Schild weist darauf hin und ein Absperrband wurde für die angebracht, die der deutschen Sprache nicht so ganz mächtig sind. Für diesen Umstand sollte aber jeder Verständnis haben.

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